Wir pflegen den Kontakt zu den Angehörigen der Frauen. Die einzige Überlebende, von der wir noch wussten, Sonia Libera Metlika, verstarb im Juni kurz nach ihrem 96 Geburtstag in Triest..Generell bleibt der Kontakt mit den Angehörigen bestehen. In einem Jahresbrief in formieren wir sie über unsere Aktivitäten und Projekte. So kommt seit einigen Jahren Helena Rens, Nichte der Maria Aerts, (sie verstarb wenige Tage vor der Befreiung des Lagers in der Krankenbaracke), aus Belgien zum Gedenken und spricht zu den Teilnehmern. Im Vergangenen Jahr kamen die Zwillingsbrüder Max und André Grazélie, mit ihren Frauen und Freunden aus Frankreich, zum Gedenken am 3. Mai. Ihre Mutter Andrée Grazélie, überlebte das Lager.
Alle Aktivitäten und Ergebnisse unserer Arbeit sind inzwischen in fünf Bänden „Schicksale“ veröffentlicht.
Seit dem 75. Jahrestag der Befreiung gibt es am „Geweihhaus“ an der Lübnitzer Straße eine Stele am Wanderweg. Sie informiert über die Geschichte des KZ-Außenlagers von Ravensbrück und zeigt den Weg zu den Resten der Munitionsfabrik. Seitdem wird jährlich am 1. September, dem Weltfriedentag, ein Gedenkspaziergang durchgeführt, der auf dem Weg der Frauen zur 12stündigen Arbeit über deren Schicksal berichtet. In diesem Jahr kamen 12 Teilnehmer. Auch für den Geschichtsunterricht wird die Besichtigung der baulichen Reste des Lagers genutzt.
2. Platz Der Fläming-Initiativ-Preis ehrt Projekte und Initiativen, die sich in herausragender Weise an der Entwicklung der Region Hoher Fläming beteiligen. Ziel ist es, die kooperative und nachhaltige Entwicklung der Region im kulturellen, sozialen ökologischen, ökonomischen, vernetzenden und friedenschaffenden Bereich zu unterstützen. Vergeben nach Abstimmung durch die Vorbereitungsgruppe und alle Teilnehmenden und Gäste bei der Fläminger Mitmachkonferenz am 12.10.2024. |
Wir unterstützten das Kunstprojekt mit Schülerinnen und Schülern der Krause-Tschetschog-Oberschule und des Fläming-Gymnasiums. Sie gestalteten unter Anleitung der Künstler Rudolf Kaltenbach und Silvia Fohrer für die „Straße des Friedens“ drei Sandsteinblöcke mit den Geschehnissen des KZ-Außenlagers Roederhof und der „Rose der Auferstehung-Resurrection“. Diese Rose, die ein Netzt der Versöhnung bilden soll, erhielt Bürgermeisterin Klabunde 2015 von den Frauen der Amicale de Ravensbrück. Gepflegt werden sie von den Mitgliedern und Freunden des Förderkreises mit Unterstützung des Bauhofes der Stadt Bad Belzig.
Am 8. September jährte sich zum 80. Mal der Todestag der Marie-Louise del Marmol. Sie war für ihren Mann, Jean del Marmol, Mitorganisator und führendes Mitglied der belgischen Geheimarmee als Geisel genommen und in nur 16 Tagen zu Tode gequält. Ihr Schicksal gestalteten Frauen und Mädchen des Belziger Frauenzentrums e.V. unter Leitung von Julia Strehler in einer szenischen Auseinandersetzung. Das Video „Das roten Tuch“ ist auf unserer Internetseite www.aussenlager-roederhof.de zu sehen.
Inzwischen gibt es erste Ideen, wie wir den bedeutenden 80. Jahrestag der Befreiung vom Hitlerfaschismus im kommenden Jahr gestalten wollen. Auf unserer Mitgliederversammlung, Anfang Dezember 24 werden wir darüber beraten und die Einladungen an die Angehörigen der Frauen und Mädchen, die das Martyrium im Lager erdulden mussten, schicken.
Wir könnten noch über weitere Projekte und Aktivitäten berichten. Dazu haben wir eventuell die Gelegenheit, wenn wir in die engere Wahl für den Fläminginitiativpreis kommen.
In einer Welt, in der es auch in Europa wieder Kriege gibt, Rassismus und faschistisches Gedankengut zunimmt, in Parlamente einzieht, ist das Gedenken an die schrecklichen Geschehnisse am Ende des 2. Weltkrieges besonders wichtig. „Die Toten mahnen“ steht auf dem Gedenkstein im Grünen Grund. Es gibt noch viel zu tun!
Für die Mitglieder und Freunde des Förderkreises Roederhof
Inge Richter
Vorsitzende