Bürgermeister Dr. Robert Pulz eröffnete die Kranzniederlegung und das Gedenken.
Da in diesem Jahr viele Schülerinnen und Schüler an der Gestaltung des Gedenkens beteiligt waren, kamen auch viele Mitschüler und Eltern in den Grünen Grund. Das Gedicht von Katharina Dahms trug Sophia Haitsch aus der Geschwister-Scholl-Grundschule vor.
Vom Fläming-Gymnasium brachte es Lennox Patzlaff in englischer und Josephine Schmidt in französischer Sprache zu Gehör.
Julius Model berührte Helena Rens, die zum wiederholten Male aus Belgien mit ihrer Tochter Annemie Peiffer, angereist war, mit dem Vortrag des Gedichts in niederländischer Sprache.
Die Geschichte des Liedes der „Moorsoldaten“, es gehört inzwischen zum immateriellen Weltkulturerbe, trug Johannes Barsch vor „Es entstand im KZ Börgermoor und wurde zu einem der bekanntesten Lieder im Kampf gegen den Faschismus.“
Ein Chor des Fläming-Gymnasiums unter Leitung von Frau Galle, trug dieses noch heute so oft gesungene Lied vor.
Thomas Wernicke vom Kunstverein „Hoher Fläming“ spannte in seiner Rede einen beindruckenden Bogen von den Berichten zweier Belgierinnen, Germaine Terwecoren und Clara Draulans-Torfs, welche die Befreiung erlebten, in ihre Heimat zurückkehren konnten. Sprach über die Berichte seines Vaters auf dem Marsch nach Osten. Dieser erzählte auch von „Schweinereien“, die er unterwegs gesehen hatte. Ohne Entrüstung. Thomas Wernicke stellte sich die Frage: „Wenn ich früher geboren wäre und in diesen Krieg gemusst hätte, wie hätte ich mich verhalten? Ich weiß es nicht! Ich bin dankbar, nicht vor diese Entscheidung gestellt worden zu sein.“ Er fragte: „Wie verhielten sich die Belziger zum Geschehen im Lager an Rande der Stadt?“
Am Ende seiner Rede zitierte er Bertold Brecht: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!“ Wehret den Anfängen, weil wir wissen, was daraus erwachsen kann! Er forderte die Anwesenden auf, „Halten sie die kritische Reflexion, was deutscher Faschismus bedeutet, wach. Kein Verharmlosen. Kein Vergessen.“
Helena Rens, Nichte der im Lager wenige Tage vor der Befreiung verstorbenen Maria Aerts, war auch in diesem Jahr gekommen und wandte sich an die Teilnehmer des Gedenkens. An die anwesende Jugend gerichtet, sagte sie „Es gibt bald keine Zeugen mehr. Dann seid ihr die, die es weiter erzählen müssen.“ Forderte sie auf, „Erzählt was im Faschismus geschehen ist. Fragt nach. Vergesst nicht!“
Sie endete mit einem Zitat vom Denkmal in Ravensbrück: „Sie sind Mütter und Schwestern von uns allen.
Ihr könntet heute nicht frei lernen oder spielen.
Vielleicht wärt ihr sogar nicht geboren,
wenn diese Frauen ihre zarten Körper nicht wie Schilde aus Stahl der faschistischen Gewalt entgegengestellt hätten.“
Die Lieder des Chores unter Leitung von Dieter Halbach, die in dieser dunklen Zeit im KZ entstanden, trugen ihren Teil zum würdigen Gedenken bei.
Wam Kat, Vorsitzender des Belziger Forum e.V., beendete mit sehr persönlichen Worten das Gedenken. In Erinnerung an seinen Vater, der unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg zusammen mit dem Bruder und anderen Widerständlern ein Kinderdorf in den Niederlanden gründete, rief er zur Toleranz auf. Sein Vater wollte, dass Kinder nicht mit Hass aufeinander aufwachsen sollten, egal welcher Geburt sie sind! Ein Kinderdorf für alle Kinder ohne zuhause. Sie sollten nicht mit Hass aufeinander aufwachsen, weil Hass und Rache die Keime für neue Auseinandersetzungen sind!
„Statt Hass Offenheit und Vielfalt! Nur wenn wir ohne Vorurteile und frei von Hass einander begegnen können, gibt es wirklich Frieden! “
Wenn Sie sich ausführlicher mit dem Gedenken am 5. Mai 2025 im Grünen Grund vertraut machen möchten, haben Sie auf unserer Internetseite www.aussenlager-roederhof.de die Gelegenheit.
Inge Richter
Förderkreis Roederhof
Fotos: Inge Richter, Videos: Burkhard Pranke, Ton: Jo Genzken
